Japanisch lernen
Japanisch lernen für Anfänger
Ein klarer Lernweg für deine ersten Wochen: von Hiragana über einfache Sätze bis zu den ersten Kanji.

Du möchtest Japanisch lernen und fragst dich als Anfänger, womit du überhaupt anfangen sollst? Dann ist die wichtigste Antwort zuerst: nicht mit allem gleichzeitig.
Hiragana, Katakana, Kanji, Vokabeln und Grammatik gehören zwar zusammen. Das bedeutet aber nicht, dass du sie am ersten Tag alle parallel meistern musst. Ein guter Lernweg gibt jedem Bereich den richtigen Zeitpunkt.
Du brauchst keinen perfekten Plan. Du brauchst einen sinnvollen nächsten Schritt.
In diesem Leitfaden bekommst du deshalb keine endlose Sammlung aus Lerntipps. Stattdessen zeigen wir dir, wie dein erster Monat aussehen kann, warum diese Reihenfolge funktioniert und woran du erkennst, dass du bereit für den nächsten Schritt bist.
Japanisch lernen für Anfänger: Was zuerst wichtig ist
Japanisch wirkt am Anfang vor allem deshalb umfangreich, weil dir mehrere neue Dinge gleichzeitig begegnen: eine andere Schrift, ein ungewohnter Satzbau und Wörter, deren Struktur sich nicht direkt aus dem Deutschen ableiten lässt.
Dazu kommen drei Schriftsysteme, die unterschiedliche Aufgaben übernehmen:
Hiragana
Grammatische Endungen, Partikeln und zahlreiche japanische Wörter.
Katakana
Vor allem Fremdwörter, Namen, Lautmalereien und Hervorhebungen.
Kanji
Bedeutungstragende Zeichen, die Wörter schneller erkennbar machen.
Diese Systeme sind keine drei voneinander getrennten Aufgaben. Sie arbeiten in echten japanischen Sätzen zusammen. Deine Lernreihenfolge sollte deshalb ebenfalls darauf ausgerichtet sein, sie nach und nach miteinander zu verbinden.
Dein erster Monat Japanisch
Die folgenden vier Wochen sind keine Deadline. Sie zeigen dir eine sinnvolle Richtung. Wenn du für eine Etappe länger brauchst, bleibst du einfach dort, bis sie sich stabil anfühlt.
Woche 01
Hiragana lesen und schreiben
Beginne mit kleinen Zeichengruppen. Verbinde jedes Zeichen direkt mit seinem Laut und übe es nicht nur mit den Augen, sondern auch mit der Hand.
Woche 02
Katakana ergänzen
Nimm die zweite Kana-Schrift dazu und lies erste Fremdwörter. Hiragana werden währenddessen regelmäßig wiederholt.
Woche 03
Wörter in Sätzen verwenden
Lerne häufige N5-Vokabeln zusammen mit einfachen Satzmustern, statt isolierte deutsche Übersetzungen auswendig zu lernen.
Woche 04
Die ersten Kanji verstehen
Ergänze einfache Kanji, erkenne ihre Bestandteile und lerne relevante Lesungen immer zusammen mit konkreten Wörtern.
Erst Hiragana, dann Katakana
Hiragana ist der beste Ausgangspunkt, weil dir diese Schrift später bei grammatischen Endungen, Partikeln, Lerntexten und Lesehilfen immer wieder begegnet.
Lerne die Zeichen in kleinen Gruppen und verbinde jedes neue Kana direkt mit seinem Laut. あ steht für a, か für ka und み für mi.
Sobald grundlegende Hiragana sicherer werden, kommt Katakana dazu. Katakana bildet dieselben Laute mit anderen Zeichen ab. Der Laut ka wird beispielsweise als カ geschrieben.
Katakana solltest du nicht auf „später irgendwann“ verschieben. Wörter wie コーヒー (kōhī, Kaffee) oder ホテル (hoteru, Hotel) gehören schon früh zu echtem Alltagsjapanisch.
Wörter brauchen einen Satz
Eine lange Vokabelliste sieht nach viel Fortschritt aus. Trotzdem hilft dir eine deutsche Übersetzung allein noch nicht dabei, ein Wort im Japanischen richtig zu verwenden.
Lerne deshalb früh mit kurzen Beispielsätzen. Ein Satz kann dir Bedeutung, Aussprache und Grammatik gleichzeitig zeigen:
日本語を勉強します。
Nihongo o benkyō shimasu.
Ich lerne Japanisch.
Was du mitlernst
日本語 als Wort, を als Partikel und 勉強します als höfliche Verbform.
Du musst beim ersten Satz noch nicht jedes grammatische Detail analysieren. Wichtig ist, dass du neue Wörter von Anfang an in echten Zusammenhängen siehst.
Kanji lernst du über Wörter
Kanji musst du nicht bis zum Ende aufschieben. Beginne mit häufigen, bildlich nachvollziehbaren Zeichen und verbinde sie mit Wörtern, die du tatsächlich gebrauchen kannst.
人
Mensch
木
Baum
山
Berg
日
Sonne · Tag
月
Mond · Monat
Viele Kanji bestehen aus wiederkehrenden Bestandteilen. Das Zeichen 休 lässt sich beispielsweise mit 亻 für „Mensch“ und 木 für „Baum“ verbinden: Ein Mensch lehnt sich an einen Baum und ruht sich aus.
Solche Mnemonics geben abstrakten Strichen ein einprägsames Bild. Bei der Aussprache gilt dagegen: Lerne nicht sämtliche On- und Kun-Lesungen isoliert. Eine Kanji-Lesung wird erst durch ein konkretes Wort wirklich nützlich.
Ein Rhythmus, der in deinen Alltag passt
Du musst nicht jeden Tag stundenlang lernen. Eine kurze, konzentrierte Einheit bringt langfristig mehr als ein großer Lernmarathon, auf den anschließend zwei Wochen Pause folgen.
Verteilte Wiederholungen – häufig auch Spaced Repetition genannt – helfen dir dabei, Inhalte kurz vor dem Vergessen erneut aufzurufen. Schwierige Inhalte erscheinen häufiger, während sichere Inhalte größere Abstände erhalten.
Wiederholen allein reicht trotzdem nicht. Schreibe Zeichen, lies Wörter in Sätzen und versuche, bekannte Muster in neuen Beispielen wiederzuerkennen.
Woran du echten Fortschritt erkennst
Fortschritt bedeutet nicht, dass du nie wieder einen Fehler machst. Entscheidend ist, ob du Wissen zunehmend ohne Umwege abrufen und in neuen Zusammenhängen erkennen kannst.
Kana
Du erkennst grundlegende Hiragana, ohne jedes Zeichen erst in Romaji umzuwandeln.
Vokabeln
Du erinnerst dich nicht nur an Übersetzungen, sondern erkennst bekannte Wörter in kurzen Sätzen.
Grammatik
Du kannst ein einfaches Satzmuster wiedererkennen und mit einem anderen Wort verwenden.
Kanji
Du verbindest ein Zeichen mit seiner Bedeutung und mindestens einem echten Beispielwort.
Zeichen zu verwechseln, Wörter zu vergessen oder einen Grammatikpunkt erneut nachzuschlagen gehört zum Lernprozess. Fehler zeigen dir, was als Nächstes wiederholt werden sollte.
Dein nächster Schritt: Hiragana
Wenn du Japanisch als Anfänger lernen möchtest, brauchst du nicht zuerst die perfekte App-Sammlung oder einen bis ins Detail durchgeplanten Lernkalender.
Beginne mit einer kleinen Gruppe Hiragana. Ergänze anschließend Katakana und verbinde neue Vokabeln direkt mit Grammatik und Beispielsätzen. Die ersten Kanji kommen dazu, sobald deine Kana ein stabiles Fundament bilden.
Genau dafür wurde Nihomi entwickelt: Kana, Kanji, Vokabeln, Grammatik, Schreibtraining, Mnemonics und Wiederholungen greifen zu einem gemeinsamen Lernweg ineinander.
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Häufige Fragen
Kurz und verständlich beantwortet.
Wie sollte ich als Anfänger Japanisch lernen?
Beginne mit Hiragana, ergänze anschließend Katakana und verbinde erste Vokabeln direkt mit einfachen grammatischen Satzmustern. Grundlegende Kanji können dazukommen, sobald deine Kana ein stabiles Fundament bilden.
Sollte ich zuerst Hiragana oder Katakana lernen?
Für Anfänger ist Hiragana normalerweise der sinnvollste Einstieg. Danach folgt Katakana, das dieselben Laute mit anderen Zeichen darstellt und unter anderem für Fremdwörter verwendet wird.
Muss ich zuerst alle Kana perfekt können?
Nein. Du solltest grundlegende Hiragana sicher erkennen, kannst aber bereits mit einfachen Wörtern und Sätzen beginnen, während du deine Kana weiter festigst.
Wann sollte ich mit Kanji anfangen?
Du kannst einfache Kanji dazunehmen, sobald du grundlegende Hiragana erkennst. Lerne Kanji möglichst über Bedeutung, Bestandteile und konkrete Beispielwörter statt über isolierte Lesungslisten.
Kann ich Japanisch alleine lernen?
Ja. Mit einem strukturierten Lernweg, verständlichen Erklärungen und regelmäßigem Üben kannst du dir die Grundlagen selbstständig erarbeiten. Rückmeldungen von Lehrkräften oder Muttersprachlern helfen später besonders beim freien Schreiben und Sprechen.
Wie lange sollte ich täglich Japanisch lernen?
Schon etwa 20 konzentrierte Minuten können sinnvoll sein, wenn du regelmäßig lernst. Teile die Zeit zwischen Wiederholung, neuen Inhalten und aktiver Anwendung auf.